Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag von ImmobilienScout24 unter 1.030 Bürgern haben 75 Prozent der Befragten ihre Nebenkostenabrechnung schon einmal selbst überprüft oder überprüfen lassen. Insgesamt habe jeder zweite Mieter schon einmal einen Fehler in der Betriebskostenabrechnung gefunden. Viele Mieter suchen sich Hilfe, wenn sie die Vermutung haben, dass mit ihrer Abrechnung etwas nicht stimmt. 23 Prozent der Mieter suchen direkt das Gespräch mit ihrem Vermieter, um Unklarheiten zu beseitigen. 18 Prozent der Mieter recherchierten selbstständig im Internet, 16 Prozent erkundigten sich bei Freunden und Bekannten und nur 14 Prozent wendeten sich an den Mieterbund. Mit nur 6 Prozent der Mieter gingen allerdings noch weniger zum Anwalt.
Die häufigsten Fehler waren mit jeweils 12 Prozent nicht umlagefähige Kosten, die mit abgerechnet wurden, sowie unvollständige Betriebskostenabrechnungen. Danach folgten mit jeweils 11 Prozent falsche Quadratmeterzahlen und mit umgelegte Kosten für leerstehende Wohnungen. In 10 Prozent der Fälle wurden Zählerstände falsch abgelesen, in 8 Prozent ein falscher Verteilerschlüssel angewandt.
Beim Mieterbund Wiesbaden fühlt man sich durch das Ergebnis bestätigt. Wie dessen Geschäftsführer Jost Hemming berichtet, ist dort die Zahl der Beratungen wegen Problemen mit Heiz- und Nebenkostenabrechnungen in diesem Jahr sprunghaft angestiegen. Während bis zum 31.10.2009 etwas mehr als 2.900 persönliche Beratungen zu diesem Thema erteilt wurden, waren es zum 31.10.2010 fast 3.700 Beratungen - ein Zuwachs um rd. 26 Prozent. Hinzugerechnet werden müssten mindestens noch einmal genauso viele telefonische Auskünfte. „Für viele Mieterinnen und Mieter wird die sog. „zweite Miete" immer mehr zum Problem, weil es die Wohnkostenbelastung immer weiter in die Höhe treibt", erklärte Hemming. Rund die Hälfte der Heiz- und Nebenkostenabrechnungen sei fehlerhaft oder zumindest erläuterungsbedürftig. Trotzdem würden Heiz- und Nebenkostennachzahlungen noch immer von viel zu vielen Mieterhaushalten ungeprüft bezahlt. „Deutschlands Mieter verschenken Milliarden", so Hemming.