Heizkosten in der Galatea-Anlage – ein Buch mit sieben Siegeln?

Den Mieterinnen und Mietern der Wohnungen und Geschäfte in der Galatea-Anlage in Wiesbaden-Biebrich verstopften in den letzten Tagen buchdicke Umschläge in Magazingröße den Briefkasten. Inhalt: Die Betriebs- und Heizkostenabrechnung für das Jahr 2008 nebst 18-seitiger „Anlagen/Erläuterungen".

„So etwas habe ich in meiner mehr als 13-jährigen Beratungstätigkeit noch nicht gesehen. Um die Abrechnung mit der 18-seitigen Erläuterung der Kostenverteilung verstehen zu können, benötigt man ein abgeschlossenes Mathematikstudium", erklärte die stellvertretende Geschäftsführerin des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e.V., Eva-Maria Winckelmann. Sie warnte denn auch eindringlich davor, Nebenkostennachforderungen vorschnell und ohne Prüfung zu begleichen bzw. Guthaben ohne Vorbehalt entgegenzunehmen. Das beigefügte Zahlenmaterial sei so komplex, dass es für die Mieterinnen und Mieter nicht nachvollziehbar ist. Nach Auffassung des Mieterbundes Wiesbaden fehlt es bei dieser Abrechnung an der vom Gesetz vorgeschriebenen Transparenz. Daraus ergibt sich, dass evtl. Nachforderungen nicht fällig sind.

Beim Mieterbund sei man zwar gewohnt, mit undurchsichtigen oder fehlerhaften Abrechnungen umzugehen", so Winckelmann, aber das hier schlage dem Fass den Boden aus.

Brisanz erhält das Ganze umso mehr, als bereits ein Großteil der geltend gemachten Kosten aus den Vorjahresabrechnungen bis heute seitens der Vermieterin, der LEG Immobilien Management Wohnen GmbH  Karlsruhe, nicht nachvollziehbar nachgewiesen werden konnte. Den Mieterinnen und Mietern der Galatea-Anlage konnte bereits in den letzten Jahren nicht erklärt werden, wie ein Großteil der geltend gemachten Kosten ermittelt wurde.

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