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Wiesbaden, den 19.11.2007

Erneute Mieterhöhungswelle bei GWW Wohnungen

Die Wiesbadener Wohnungsbaugesellschaft GWW hat erneut offensichtlich flächendeckend Mieterhöhungsverlangen in ihre Mietshäuser geschickt. Bereits vor drei Jahren hatte die GWW in ihrem Wohnungsbestand mit Mieterhöhungen für Unruhe unter den Mietern gesorgt. „Nun scheint das ganze Spiel von vorne loszugehen“, erklärte der Geschäftsführer des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e.V., Jost Hemming.

„Dass es immerhin drei Jahre gedauert hat, bis die GWW die nächste Mieterhöhungswelle lostritt, ist einzig und allein darin begründet, dass sie beim letzten Mal die gesetzlich vorgeschriebene Kappungsgrenze ausgereizt hatte“, erklärte Hemming weiter. Danach musste sie drei Jahre warten, um jetzt wieder zuschlagen zu können. Nach bisherigem Erkenntnisstand sollen die Mieter ab Januar zwischen 2,6 und 15 Prozent mehr bezahlen. „Das bedeutet, dass die Mieter innerhalb von drei Jahren bis zu 35 Prozent mehr Miete aufbringen müssen, von den Heiz- und Nebenkostensteigerungen ganz zu schweigen. Kaum einer der betroffenen Mieter dürfte in den letzten drei Jahren Gehalts- geschweige denn Rentenerhöhungen von 30 Prozent und mehr erhalten haben“, kritisierte Hemming. Inzwischen haben bereits eine Reihe von Mietern aus den Häusern Breslauer Straße 79, Geisenheimer Straße 13, Eulenstraße 28, Wilhelm-Hauff-Straße 8, Eltviller Straße 2, Heinrich-Heine-Straße 30, Rüdesheimerstr. 11 beim Mieterbund in der Adelheidstraße 70 die Beratung aufgesucht. „Ich kann nur allen betroffenen Mieterinnen und Mietern raten, sich beraten zu lassen und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen“, erklärte Hemming. Die Mieter hätten für die Überprüfung Zeit bis Ende Dezember.

Hemming appellierte an die Verantwortlichen bei der Stadt, die Mietpreispolitik der GWW auf den Prüfstand zu stellen. Es sei unerträglich, dass in Zeiten stagnierender Realeinkommen eine städtische Wohnungsbaugesellschaft die Mieten der Art nach oben treibe. Es müsse des weiteren darüber diskutiert werden, ob es für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften in einer der teuersten Städte Deutschlands nicht zumutbar sei, sich bei Mieterhöhungsverlangen und bei Neuvermietungen in ihrem preisfreien Wohnungsbestand am unteren Tabellenwert statt am Mittelwert des Wiesbadener Mietspiegels zu orientieren. Die GWW müsse mehr als bisher ihrem sozialen Auftrag gerecht werden.

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