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Wiesbaden, den 17.03.2008

Mieterbund weist Kritik von Haus und Grund zurück

Der Mieterbund Wiesbaden und Umgebung e.V. hat die Kritik von Haus und Grund am jüngsten Monitoring zum Wiesbadener Wohnungsmarkt (s. WK vom 14.03.2008) als unqualifiziert zurückgewiesen. Die Behauptungen von Haus und Grund hätten weder Hand noch Fuß, erklärte Mieterbund Geschäftsführer Jost Hemming.

Haus und Grund kenne den Unterschied zwischen Bestandsmieten und Neuvermietungsmieten ganz genau. Bei den im Bericht des Wohnungsamtes aufgeführten Mietpreisen handele es sich um Auswertungen der in den Wiesbadener Tageszeitungen angebotenen Wohnungen, also um Neuvermietungsmieten. Der Hinweis von Haus und Grund auf den Wiesbadener Mietspiegel gehe daher vollkommen fehl, da diesem die Mietvertragsabschlüsse und geänderten Bestandsmieten der letzten vier Jahre zugrunde liegen. Dass die im Bericht des Wohnungsamtes ausgewiesene durchschnittliche Neuvermietungsmiete in Höhe von 7,73/m² Euro durchaus realistisch sei, werde auch durch das regelmäßig veröffentlichte Mietpreisranking des Empirica-Instituts bestätigt, das sogar einen Mietpreis von 7,92 Euro ermittelt hat.

Ebenso unverständlich sei die Kritik von Haus und Grund an dem behaupteten Wohnungsfehlbestand von 4.000 Wohnungen mit dem Hinweis auf angebliche Wohnungsleerstände. „Wohnungsleerstände gab es immer, selbst zu Zeiten akuter Wohnraumnot“, erklärte Hemming. Die Frage sei aber doch, ob dieser Wohnungsleerstand ein signifikantes Merkmal des Wiesbadener Wohnungsmarktes ist. Dass dies nicht der Fall ist, beweise eindrucksvoll der regelmäßig veröffentlichte Techem-Empirica-Leerstandsindex, der für Wiesbaden zuletzt eine Leerstandsrate in Höhe von 1,6 Prozent aller Geschosswohnungen ausgewiesen habe. Das sei rund die Hälfte weniger als die notwendige Fluktuationsreserve, die erforderlich wäre, damit der Wohnungsmarkt einigermaßen funktioniert. Im Durchschnitt liege der Wohnungsleerstand in Ostdeutschland bei 6,9 Prozent und in Westdeutschland bei 2,5 Prozent.

Wiesbaden sei die teuerste Wohnstadt in Hessen. Bundesweit nimmt die hessische Landeshauptstadt einen Spitzenplatz ein. Dies wisse auch Haus und Grund ganz genau. Der Anteil derer, die sich am freien Wohnungsmarkt nicht mehr mit angemessenem Wohnraum versorgen könnten, nehme ständig zu. Dem gegenüber nehme die Zahl der vorhandenen Sozialwohnungen in den nächsten Jahren dramatisch ab. Das Monitoring zum Wiesbadener Wohnungsmarkt sei ein wichtiges Informationssystem für die örtliche Wohnungswirtschaft und die Wiesbadener Kommunalpolitik. Dies solle Haus und Grund endlich anerkennen.

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