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Wiesbaden, den 08.04.2008

Weidenborn: Neugestaltung verläuft nicht reibungslos!

„Das haben wir so kommen sehen!“ Mit diesen Worten reagierte der Geschäftsführer des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e.V. auf die Berichterstattung über die Probleme bei der Neugestaltung des Wohnviertels Weidenborn (s. WK vom 27.03. und WT vom 05.04.2008). Bereits im Sommer letzten Jahres habe man öffentlich darauf hingewiesen, dass sich unter den GWW-Mieterinnen und Mietern im Weidenbornviertel Unruhe breit macht. Bei vielen Mieterinnen und Mietern herrsche Unsicherheit über den Verbleib in ihrem angestammten Wohngebiet.

Grundsätzlich sei zwar nichts dagegen einzuwenden, wenn Wohnungsbestände – auch durch Abriss und Neubau – verbessert werden sollen. Die GWW musste sich allerdings darüber im klaren sein, dass sie ein gewachsenes Wohnumfeld zerstört. Und das eigentliche Erwachen werde erst noch kommen, wenn die Mieter feststellen werden, dass bei einem Verbleib in ihren angestammten Quartieren die Miete drastisch steigen wird. Während bisher das Mietniveau bei 5,- bis 6,- Euro pro Quadratmeter lag, werde es nach früheren Berichten der GWW künftig beim Bezug einer Neubauwohnung bei 8,- Euro und mehr liegen. Dies bedeute einen Mietanstieg um 30 bis 60 Prozent auf einen Schlag. Viele der älteren Bewohnerinnen und Bewohner würden sich vermutlich die neuen Mieten nicht mehr leisten können und seien daher gezwungen, ihr angestammtes Wohnumfeld zu verlassen. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass juristisch gesehen kein Bewohner gezwungen werden könne, auszuziehen. Unruhe und Zukunftsangst blieben.

Bereits im letzen Jahr habe der Mieterbund Wiesbaden und Umgebung e.V. die Verantwortlichen der Stadt und die GWW aufgefordert zu klären, ob und inwieweit die Erhaltung der derzeitigen Bevölkerungsstruktur dadurch gesichert werden kann, dass zumindest ein Teil der neuen Wohnungen mit öffentlicher Förderung (mit Preis- und Belegungsbindung) gebaut werden. Hierzu fehle allerdings bisher jegliche Stellungnahme.

Bereits jetzt seien die im Baugebiet wohnenden Mieterinnen und Mieter erheblichen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Abrissarbeiten finden in unmittelbarer Nähe der Häuser statt. Deshalb erwarte man seitens der GWW großzügige Angebote in Form eines angemessenen finanziellen Ausgleichs durch Mietreduzierung während der Bauarbeiten.

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