Wiesbaden, den 20.06.2008
Trotz des Fußball-Euromeisterschaftsspiels Portugal : Deutschland konnte der Vorsitzende des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e. V., Helmut Domann, zahlreiche interessierte Bürger zur Info-Veranstaltung „Klimaschutz und Mieterschutz“ im Wiesbadener Rathaus begrüßen, darunter als Referenten Herrn Dipl.-Ing. Jürgen Sabeder von der Wiesbadener Klimaschutz-Agentur e. V. sowie den Präsidenten des Deutschen Mieterbundes, Dr. Franz-Georg Rips.
In seinem Einführungsvortrag machte Herr Sabeder anhand anschaulicher Bilder deutlich, mit welchen Folgen es für die Weltbevölkerung verbunden ist, wenn keine Wende beim Verbrauch fossiler Energien vorgenommen wird. Die Überschemmungskatastrophen in Dresden 2002, in New Orleans 2005, die Orkanschäden in der Rhön vom Herbst 2005 und die Trockenperiode des Sommers 2003 seien nicht zu unterschätzende Vorboten. Anhand von Beispielrechnungen erläuterte er darüber hinaus, welche dramatische Entwicklung auf jeden Einzelnen zukomme, wenn es nicht gelinge, den Energiepreisanstieg zu stoppen. In den letzten zehn Jahren seien die Energiepreise um durchschnittlich ca. 12% jährlich gestiegen. Derzeit verbrauche eine 75 qm große Wohnung durchschnittlich 200 kWh/qm a. Dies entspricht ca. 1.500 Liter Öl oder 1.500 cbm Gas im Jahr. Bei derzeitigen Preisen liegen die durchschnittlichen Heizkosten für eine 75 qm große Wohnung bei rund 1.600,- € im Jahr. Schreibe man die Energiepreissteigerungen der letzten zehn Jahre mit ca. 12% fort, was in Anbetracht der Endlichkeit der fossilen Brennstoffvorräte noch relativ optimistisch sei, stiegen die Energiekosten für diese 75 qm große Wohnung in 20 Jahren auf den unvorstellbaren Wert von rund 14.000,- € im Jahr. Dies mache deutlich, vor welcher dramatischen Entwicklung die Bevölkerung auf dem Energiesektor stehe und warum es so wichtig ist, so schnell wie möglich den Gebäudebestand energetisch zu sanieren.
In diesem Zusammenhang kritisierte der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Dr. Rips, die Energiebeschlüsse der Bundesregierung, weil diese sich im wesentlichen nur auf den Wohnungsneubau beschränken, während der Wohnungsbestand weitgehend außen vor bleibe. Notwendig sei eine massive Aufstockung der öffentlichen Förderung des Gebäudesanierungsprogramms sowie eine verstärkte Förderung erneuerbarer Energien. Andernfalls könnten die Mieter in absehbarer Zeit die Wohnkosten nicht mehr aufbringen. Gleichzeitig sei eine soziale Abfederung der Wohnkostensteigerungen durch erhöhte Transferleistungen an bedürftige Mieterhaushalte erforderlich.