Wiesbaden, den 12.03.2001

Nutzeransichten - Wohnarchitektur aus Sicht der Nutzer

Unter dem Titel [fett]Nutzeransichten – Wohnarchitektur aus Sicht ihrer Nutzer[/fett] führen der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen (GdW) und der Deutsche Mieterbund (DMB) eine bundesweite Architekturuntersuchung durch. Zu den zehn Stadtteilen, die im Rahmen der Befragung untersucht werden sollen, gehört auch der Wiesbadener Stadtteil [fett]Sauerland[/fett]. Die GWH Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH Hessen, der Mieterschutzverein Wiesbaden und Umgebung e.V. und das Wohnungsamt der Stadt Wiesbaden werden die Befragung in Wiesbaden gemeinsam betreuen. Dabei werden sie vom Wiesbadener Beirat für Städtebau und Architektur sowie der Fachhochschule unterstützt. Die Befragung wird das Berliner Institut für Soziale Stadtentwicklung e.V. (IFSS) durchführen. Wie Wiesbadens Sozialdezernent [fett]Wolfgang Hessenauer[/fett], Wohnungsamtsleiter [fett]Clemens Altschiller[/fett], GWH-Geschäftsführer [fett]Jochen Weidner[/fett], Mietervereinsgeschäftsführer [fett]Jost Hemming[/fett] und der Leiter des die Befragung durchführenden Berliner Instituts für Soziale Stadtentwicklung [fett]Armin Hentschel[/fett], auf einer Pressekonferenz erklärten, möchten die Beteiligten aus ihren jeweiligen Fragestellungen heraus die Diskussion über Architektur zu den Benutzern tragen. Entscheidende Erkenntnisse erhoffen sie sich dabei vor allem über die Einschätzungen des Gebrauchswertes und der Nutzbarkeit von Wohnungen. Fragen der Ästhetik von Architektur, die für gewöhnlich im Vordergrund stehen, treten dabei hinter das Kriterium der Bewohnbarkeit zurück. Hintergrund der Befragungsaktion ist, dass die Kunden am Wohnungsmarkt seit einigen Jahren immer individuellere Wünsche formulieren und einfordern. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten des täglichen Gebrauchs wissen die Nutzer aber in der Regel sehr wenig über die gängigen Grundrisse und Wohnungstypen, und wie diese zu ihren individuellen Ansprüchen passen. Die Mieter und Vermieter, aber auch die mit Wohnfragen beschäftigte öffentliche Verwaltung interessiert daher, wie sich die Nachfrage qualitativ verändert hat und wie sie sich systematisieren lässt. Die Erkenntnisse sollen einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Wohnungsangebots der Gegenwart und der Zukunft dienen. Dabei gilt es auch die alten Leitbilder kritisch zu hinterfragen und an die neue Vielfalt der Wohnformen und Lebensstile anzupassen. Bei den Methoden will die Untersuchung neue Wege gehen. Neue Technologien werden in den Dienst der Produkt- und Marktforschung gestellt, um Wohngewohnheiten und Wohnwünsche von Mietern und Eigentümern differenziert zu ermitteln. Dazu dienen Bild und Videomaterial sowie eine virtuelle Wohnungsführung, mit deren Hilfe die Befragten mit unbekannten Wohnungstypen vertraut gemacht werden sollen. Die Siedlung Sauerland wurde ausgewählt, da Wiesbaden höchste Ansprüche an Stadterhaltung und Neubau stellt und gerade die Architektur der Siedlung Gegenstand einer interessierten öffentlichen Diskussion ist.

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