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Wiesbaden, den 31.07.2008

Undurchsichtige Nebenkostenabrechnungen der Deutschen Annington

"Je länger wir uns mit den Nebenkostenabrechnungen der Deutschen Annington in Wiesbaden befassen, desto tiefer wird der Sumpf und umso undurchsichtiger wird es". Mit diesen Worten wendet sich die stellvertretende Geschäftsführerin des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e.V., Christa Wülfrath, an die rund 2.000 Mieterinnen und Mieter der Deutschen Annington in Wiesbaden und warnt davor, Nebenkostennachzahlungen vorschnell zu begleichen.

Inzwischen habe eine erste Überprüfung der Nebenkostenabrechnung 2006 durch den Mieterbund Wiesbaden ergeben, dass hier eine Vielzahl von Ungereimtheiten herrscht und großer Erläuterungsbedarf bestehe. In der Mieterorganisation sei man hinsichtlich der Fehlerhaftigkeit und der Erläuterungsbedürftigkeit von Heiz- und Nebenkostenabrechnungen einiges gewohnt. Doch das, was die Deutsche Annington hier präsentiert habe, sei in ihrer Qualität doch neu. So wurden z.B. die Hausmeisterleistungen offensichtlich bei einer einzigen Firma in Berlin konzentriert, die sämtliche 220.000 Wohnungen in der gesamten Republik betreut. Diese Hausmeisterservicefirma habe aber nicht nur die Hausmeisterleistungen, sondern auch die Grünpflege, den Winterdienst und die Reinigungsarbeiten zu erbringen. Auch aus der Vielzahl der Listen, die die Deutsche Annington zum Nachweis für die Kosten vorgelegt habe, sei nicht zu erkennen, wie die Kosten dieser Hausmeisterservicefirma auf die einzelnen Mietobjekte in Deutschland verteilt werden. Auch sei überhaupt nicht klar, welche Aufgaben die Hausmeisterfirma im Einzelnen zu erledigen hat.

Bei den Sach- und Haftpflichtversicherungen des Gebäudes, deren Kosten auf die Mieter umgelegt werden, bestünden erhebliche Zweifel, ob hier noch der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gegeben sei, umfasst doch der Versicherungsumfang ausweislich der Versicherungspolicen so seltene Risiken wie "innere Unruhen, Fahrzeuganprall, Überschalldruckwellen und weitere unbenannte Gefahren". Soweit die Deutsche Annington Wohnungen in unmittelbarer Nähe von Militärflughäfen habe, wo mit ständig landenden und startenden Düsenjägern zu rechnen sei, könne man noch ein gewisses Verständnis für die Versicherung gegen "Überschalldruckwellen" aufbringen. Doch von den Passagier- und Transportflugzeugen des Rhein-Main Flughafens seien kaum Schäden aus Überschalldruckwellen zu erwarten. Ebenso wenig sei nachzuvollziehen, warum Häuser, die in der dritten oder vierten Reihe stehen und nie ein Fahrzeug zu sehen bekommen, gegen "Fahrzeuganprall" versichert sein müssen.

Alles in allem scheinen sich die Befürchtungen des Deutschen Mieterbundes zu bewahrheiten, dass mit der Konzentration eines so großen Wohnungsbestandes bei einem Immobilienunternehmen, das seinerseits wiederum mit rund 120 Tochterunternehmen verflochten sei, zu einem vollkommen undurchsichtigen Finanzgebaren führen wird, was sich nun auch in undurchsichtigen Nebenkostenabrechnungen niederschlage.

Die Mieterinnen und Mieter seien daher gut beraten, ihre Nebenkostenabrechnung einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Der Mieterbund Wiesbaden und Umgebung e.V. bietet seinen Mitgliedern dabei gerne seine Hilfe an.

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