Wiesbaden, den 12.12.2001

Wohnungsmarkt wird wieder enger

Der Wohnungsmarkt in Wiesbaden zieht wieder an. Zu diesem Ergebnis kamen übereinstimmend der Vorstand und der Beirat des Mieterschutzvereins Wiesbaden und Umgeb. e.V. auf ihrer Jahresabschlusssitzung. Sie widersprachen damit der Verlautbarung der Vereinigung Haus & Grund Wiesbaden (s. WK vom 24.11. und WT vom 28.11.2001). "Wenn es überhaupt in Wiesbaden einmal einen entspannteren Wohnungsmarkt gab, so sind diese Zeiten längst wieder vorbei", erklärte der Geschäftsführer des Vereins, Jost Hemming, nach Abschluss der Beratungen. In seiner Begründung verweist das 18-köpfige Gremium aus Vorstand und Beirat unter anderem auf folgende Beobachtungen: [liste][eintrag]Nicht nur die Maklerverbände vermeldeten wieder steigende Neuvertragsmieten. Auch die Auswertung der Zeitungsinserate in den Wochenendausgaben weise deutlich auf ein steigendes Mietniveau hin.[/eintrag][eintrag]Die Anzahl der Beratungen im Mieterschutzverein über Mieterhöhungen im Mietwohnungsbestand sei von 46 Fällen im Monat Mai dieses Jahres auf 85 Fälle[/eintrag][eintrag](+ 84,8%) im Oktober dieses Jahres gestiegen. Die endgültige Auswertung für November liegt noch nicht vor, dürfte aber nach einem ersten Überblick das Niveau des Vormonats erreichen.[/eintrag][eintrag]Die Mietbelastungsquote der Mieterhaushalte war noch nie so hoch wie jetzt. Im Durchschnitt müssten die Haushalte zwischen 30% bis 50% ihres verfügbaren Einkommens für die Miete inklusive Nebenkosten ohne Heizkosten aufwenden. Die höchste Belastung hätten die unteren Einkommensschichten sowie Alleinerziehende und Ausländerhaushalte.[/eintrag][eintrag]Die Zahl der registrierten sozialwohnungssuchenden Haushalte sei von 3.126 im Jahr 1999 wieder auf 3.236 im Jahr 2000 gestiegen.[/eintrag][eintrag]Die Zahl der Baugenehmigungen sei von 1.180 Wohneinheiten im Jahr 1997 auf 517 Wohneinheiten im Jahr 2000 gesunken und habe sich damit mehr als halbiert.[/eintrag][eintrag]Die Baufertigstellung hätten sich von 1.765 Wohneinheiten im Jahr 1997 auf 917 Wohneinheiten im Jahr 2000 ebenfalls fast halbiert.[/eintrag][eintrag]Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen boome, der Vertreibungsdruck auf die Mieter nehme stark zu.[/eintrag][/liste] "Haus & Grund hängt wie so häufig mit seiner Einschätzung der tatsächlichen Entwicklung hinterher", erklärte Hemming. Wenn Herr Streim immer wieder auf angebliche Leerstände in Wiesbaden verweise, solle er endlich einmal den Beweis für seine Behauptung erbringen. Andernfalls müsse er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass es sich bei seinen Behauptungen einzig und allein um "Lobbyistengerede" handle.

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