Wiesbaden, den 09.07.2007

Weidenborn: Ein Viertel verändert sich! - Was wird aus den Mietern?

Besorgte Nachfragen in den Beratungsstunden des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e.V. deuten darauf hin: Die Unruhe unter den GWW-Mieterinnen und -Mieter im Weidenbornviertel schwehlt bereits seit längerem und scheint zu wachsen. „Soll auch mein Haus abgerissen werden, was wird dann aus mir ?“ Diese und ähnliche Fragen werden dort immer häufiger erörtert. Wie Christa Wülfrath vom Mieterbund Wiesbaden kritisierte, herrsche bei den betroffenen Mieterinnen und Mietern bisher allenfalls Klarheit darüber, dass ca . 500 Wohnungen im Bereich abgerissen werden sollen und dass durch Neubau eine Verdichtung erfolgen wird. Grundsätzlich sei zwar nichts dagegen einzuwenden, wenn Wohnungsbestände – auch durch Abriß und Neubau – verbessert werden sollen. Die GWW müsse sich allerdings darüber im Klaren sein, dass sie ein gewachsenes Wohnumfeld, jahrzehntelange Heimat der Bewohnerinnen und Bewohner, zerstört. Die Mieten für die neuen Wohnungen werden deutlich höher sein als die bisherigen, gerade Familien mit Kindern oder ältere Bewohnerinneren und Bewohner würden sich die neuen Mieten oft nicht mehr leisten können und seien daher gezwungen, ihr angestammtes Wohnumfeld zu verlassen. Auch wenn juristisch gesehen kein Bewohner gezwungen sei, auszuziehen, Unruhe und Zukunftsangst blieben. Es liege daher in der Verantwortung der GWW, hier umgehend Klarheit zu schaffen, welche konkreten Maßnahmen wann anstehen. Der „ Masterplan“ müsse daher nicht nur aufgestellt, sondern den betroffenen Mieterinnen und Mietern auch zugänglich gemacht werden. Damit möglichst viele Mieterinnen und Mieter, die dies wünschen , in ihrem Viertel bleiben können, forderte Christa Wülfrath Stadt und GWW auf, gemeinsam zu klären, ob die weitestgehende Erhaltung der derzeitigen Bevölkerungsstruktur dadurch erreicht werden kann, dass ein Teil der neuen Wohnungen mit öffentlicher Förderung ( mit Preis– und Belegungsbindung ) gebaut werden. Bereits jetzt seien die im Baugebiet wohnenden Mieterinnen und Mieter erheblichen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Abrissarbeiten finden in unmittelbarer Nähe der Häuser statt. „In dieser durch die GWW geschaffenen Situation dürfte es selbstverständlich sein, dass die GWW – unabhängig von der Frage des den Mieterinnen und Mietern zustehenden Rechts auf Mietminderung – auf diese zugehen und ihnen einen angemessenen Ausgleich durch Mietreduzierung anbieten“, appellierte der Mieterbund an die Verantwortlichen.

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