Wiesbaden, den 22.05.2007

Kein Verkauf an Heuschrecken!

Der Mieterbund Wiesbaden und Umgebung e. V. hat die Verantwortlichen im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mainz wie auch in der Wohnbau Mainz eindringlich davor gewarnt, die 2.800 Wohnungen der Wohnbau Mainz in AKK an „Heuschrecken“ zu veräußern. Dies würde seitens der Mieterinnen und Mieter und ihrer Interessenorganisation nicht kampflos hingenommen werden. Als „Heuschrecken“ werden vielfach in der öffentlichen Diskussion private equity fonds bezeichnet, die große Wohnungsbestände aufkaufen, die Bestände wie auch die Wohnungsunternehmen ausschlachten und dann weiterziehen. Die Mieterinnen und Mieter der ehemaligen Eisenbahnerwohnungen in Mainz-Kastel wie auch anderer Wohnungsbestände, die inzwischen z.B. an die größte deutsche Vermietungsgesellschaft, Deutsche Annington, verkauft wurden, könnten teilweise ein Lied davon singen, was dann passiert, erklärte der Wiesbadener Mieterbund-Geschäftsführer Jost Hemming. Mieterhöhungen und nicht nachvollziehbare, überdurchschnittlich stark gestiegene Nebenkosten seien dort an der Tagesordnung. „Auf Rückfragen erhält man meist nur lapidare Zwischenbescheide, die Anfrage sei an eine andere zuständige Stelle im Unternehmen weitergeleitet worden. Von dort kommt aber dann meist keine Antwort mehr“, so Hemming. Was aber merkwürdigerweise immer funktioniere, sei die Mahnabteilung. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Samierung des Mainzer Stadthaushaltes auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter erfolge und die 2.800 Wohnungen der Wohnbau Mainz, die zum guten Teil mit öffentlichen Mitteln aus dem hessischen Landeshaushalt modernisiert wurden, nunmehr meistbietend an solche „Immobilienverwerter“ verkauft würden. Der Mieterbund Wiesbaden hat die Initiative der Stadt Wiesbaden, die Interesse an der Übernahme dieser Wohnungen bekundet hat, ausdrücklich begrüßt. Man erwarte nun seitens der Stadt Mainz bzw. der Wohnbau ein akzeptables Angebot. Ratsuchenden Mietern steht der Mieterbund Wiesbaden regelmäßig alle vierzehn Tage mit Sprechstunden in der Ortsverwaltung Kostheim zur Verfügung. Hierzu ist allerdings die Mitgliedschaft im Mieterbund Voraussetzung. Im Bedarfsfall werde man die Beratungskapazität in AKK auch ausweiten. Die Anmeldung für die Beratungsstunden erfolgt über die Zentrale in Wiesbaden, Tel.: 0611/7165470.

Druckversion