Wiesbaden, den 22.04.2004

Das seltsame Geschäftsgebaren der Viterra – Teil II

Die Viterra Rhein-Main bringt weiterhin durch unseriöses Geschäftsgebaren ihre Mieter auf die Barrikaden. Bereits Mitte Januar berichtete der Mieterschutzverein Wiesbaden und Umgebung e.V. darüber, dass die Viterra widerrechtlich Modernisierungsmieterhöhungen bei Mietern geltend machte, die lange nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten den Mietvertrag abgeschlossen hatten und in die Wohnungen eingezogen waren. In den Verträgen fehlte jeglicher Hinweis darauf, dass noch eine Mieterhöhung für durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen zu erwarten sei (siehe Pressemeldung vom 14.01.2004). Nachdem der Mieterschutzverein das widerrechtliche Vorgehen öffentlich gemacht hatte, erfolgte seitens der Viterra ein Rückzieher. Die zuständige Pressesprecherin erklärte, dass es sich um einen Irrtum handelte und man selbstverständlich nicht auf den Erhöhungsbeträgen bestehe. Immerhin ging es um Zuschläge von rd. 27 Prozent. Umso erstaunter ist man nun beim Mieterschutzverein, dass in einem weiteren Fall einer Mieterin in der Platter Straße 146 seit Oktober letzten Jahres der Modernisierungszuschlag per Einzugsermächtigung eingezogen wird. Wie der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins, Jost Hemming, gegenüber der Presse erklärte, war die betroffene Mieterin erst im November 2002, also lange nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten, eingezogen. Da die Viterra trotzdem den höheren Mietbetrag vom Konto der Mieterin einzog, hat diese den Mieterschutzverein eingeschaltet. Und nach einem Schreiben der Viterra Ende Februar dieses Jahres schien die Angelegenheit endlich bereinigt. Die Viterra gestand zu, dass die ausgesprochene Mieterhöhung vom Juli letzten Jahres nicht gerechtfertigt war und die vorgenommene Mietanpassung daher zurückgezogen wird. Umso empörter war die Mieterin allerdings, als sie Anfang März dieses Jahres feststellen musste, dass die Viterra ungeachtet ihrer Ankündigung den höheren Betrag weiter vom Konto abgebucht hatte. Und was die Mieterin nun auf die Barrikaden bringt: Obwohl Mitte März noch einmal seitens des Mieterschutzvereins der Sachverhalt klargestellt und ein Rückforderungsanspruch für die bereits eingezogenen Erhöhungsbeträge sowie die Verrechnung mit der Mai-Miete in Aussicht gestellt wurde und obwohl die Mieterin schon lange die Einzugsermächtigung gegenüber der Viterra wegen der Differenzen schriftlich widerrufen hatte, bediente sich diese auch Anfang April erneut aus dem Konto der Mieterin. Bis heute wurden die zu Unrecht eingezogenen erhöhten Mietbeträge auch noch nicht an die Mieterin zurückerstattet. „Ein derart unseriöses Geschäftsgebaren einer so renommierten Vermietungsgesellschaft wie der Viterra Rhein-Main ist nur schwer nachzuvollziehen“, kommentierte Ge-chäftsführer Hemming die Vorgehensweise.

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