Wiesbaden, den 21.12.2006

Galatea-Anlage: Nebenkostenchaos setzt sich fort

Mieterehepaar P. hatte sie sich so auf die neue Wohnung in der Galatea-Anlage in Wiesbaden-Biebrich gefreut, in die sie am 01.06.2005 eingezogen sind. Doch als sie nun für 2005 die Heiz- und Nebenkostenabrechnung von ihrer Vermietungsgesellschaft, der LEG Baden-Württemberg, erhielten und für einen Zeitraum von sieben Monaten fast 1.000,- Euro Nachzahlung entrichten sollten, waren sie geschockt. Der Schock schlug in Erstaunen und Empörung um, als sie erfuhren, dass vom Mieterehepaar Z. obendrüber, das zum gleichen Zeitpunkt eingezogen war, die gleich große Wohnung bewohnt und die gleichen Vorauszahlungen auf die Heiz- und Nebenkosten entrichtet hat wie sie, nur ein Nachzahlungsbetrag von etwas mehr als 140,- Euro gefordert wurde. Mieterehepaar P. suchte die Sprechstunde des Mieterschutzvereins auf. Dort hatte man schon im letzten Jahr bei der Prüfung der Heiz- und Nebenkostenabrechnung für 2004 ein „Nebenkostenchaos“ konstatiert. „Und diesmal ist es kaum besser“, erklärte der Geschäftsführer des Vereins, Jost Hemming. Er hatte auch schnell den ersten Grund für die unglaubliche Nachzahlungsforderung von fast 1.000 Euro gefunden. Er war in einem vollkommen unrealistisch hohen Wasserverbrauch begründet. In den sieben Monaten sollte Mieterehepaar P. fast 120 m³ Wasser verbraucht haben, wofür alleine fast 570,- Euro zu entrichten gewesen wären. „Danach müssten die Mieter mit ihrem Zweipersonenhaushalt täglich mehr als 546 Liter Wasser verbraucht haben“, erklärte Hemming. Dem gegenüber waren es bei den „Vergleichsmietern“ obendrüber für den gleichen Zeitraum realistischerweise nur rund 38 m³, wofür sie anteilig 198,- Euro zu entrichten hatten. Für Hemming ganz offensichtlich, dass hier die Wasserzähler der Mieter P. falsch abgelesen wurden. Auch die übersandte Heizkostenabrechnung wurde seitens des Mieterschutzvereins als „Buch mit sieben Siegeln“ zurückgewiesen. „Es fehlt wie im Jahr 2004 die Angabe des Brennstoffverbrauches. Für eine Menge „0“ werden insgesamt über 23.000,- Euro Heizkosten in Ansatz gebracht. Es ist vollkommen unklar, wie es zu diesem Betrag gekommen ist“, erklärte Hemming. Auch in den individuellen Abrechnungen der Mieter fehle jeglicher Hinweis auf die verbrauchten Brennstoffmengen. Ebenso wenig seien die jeweils abgelesenen Verbräuche an den Wärmemengenzählern in den einzelnen Wohnungen nachzuvollziehen, weil einfach vergessen wurde, den Anfangsbestand der abgelesenen Wärmezähler anzugeben. Damit sei aber die notwendige Kontrolle über den Wärmeverbrauch nicht möglich. „Auf der Basis dieser vollkommen undurchsichtigen Kostenverteilung können wir unseren Mitgliedern nicht raten, den geforderten Nachzahlungsbetrag zu entrichten“, heißt es in dem Schreiben des Mieterschutzvereins an die LEG abschließend.

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