Wiesbaden, den 30.03.2006

Mieterschutzverein kritisiert Wohnungsverkäufe

Überrascht und entsetzt ist man beim Mieterschutzverein und Umgebung e.V. über die Nachricht, dass die GWW 400 Wohnungen an einen britischen Investor verkauft hat. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Mieterinnen und Mieter“, erklärte der Geschäftsführer des Vereins, Jost Hemming. Noch am Wochenende hatte die Mitgliederversammlung des Vereins einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der sie sich gegen den Verkauf von Wohnungsbaugesellschaften ausgesprochen hat, was nach Auffassung von Hemming natürlich auch den Verkauf von Wohnungen umfasste. Es habe einen außerordentlich faden Beigeschmack, dass der Verkauf vier Tage nach der Kommunalwahl bekannt werde. Auch die Äußerung des Wohnungsdezernenten „der Verkauf der Immobilien sei nicht umstritten, weil sich der Käufer auf eine Mietpreisbegrenzung eingelassen habe und Eigenbedarfskündigungen auf Jahre ausgeschlossen“ seien, stieß beim Mieterschutzverein auf Verwunderung. Aus dem Verkauf der GAGFAH und der Dresdener Wohnungsbaugesellschaft wisse man, was solche Vereinbarungen in der Regel wert seien. Sie seien meist nichts anderes, als ein Alibi für die Entscheidungsträger und der untaugliche Versuch, den Betroffenen Sand in die Augen zu streuen. Letztendlich hätten die Mieterinnen und Mieter durch steigende Mieten und Wohnungsverkäufe die Zeche zu zahlen. Hemming forderte die Verantwortlichen auf, unverzüglich bekannt zu geben, welche Objekte in Wiesbaden im Einzelnen davon betroffen sind. Außerdem müßten die Einzelheiten des „Deals“ auf den Tisch, damit die Betroffenen wissen, was auf sie zukommt.

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