Wiesbaden, den 24.11.2005

Mieterschutzverein sichert Dyckerhoff-Mietern Unterstützung zu

„So nicht!“ Mit diesen Worten brachte der Vorsitzende des Mieterschutzvereins Wiesbaden und Umgebung e.V., Helmut Domann, nach einer Vorstandssitzung die Kritik des Vereins an der Vorgehensweise der Firma Dyckerhoff gegenüber ihren Mietern in der Werkssiedlung Amöneburg auf den Punkt. Es sei vollkommen unakzeptabel, dass jahrzehntelange Werksangehörige ihre Werkswohnungen räumen sollten, damit die Häuser anschließend von der Firma Dyckerhoff dem Erdboden gleichgemacht werden können. Der Firmengründer würde sich im Grab herumdrehen, erklärte Domann. Auch wenn die Häuser im Einzelfall vielleicht nicht mehr dem heutigen Wohnstandard entsprechen würden, gebe es für die betroffenen Mieterinnen und Mieter keinerlei Veranlassung, dem Wunsch der Firma Dyckerhoff ohne Weiteres nachzukommen und die Häuser zu räumen. Der geplante Abriss sei kein Kündigungsgrund. „Die Mieterinnen und Mieter genießen vollen Kündigungsschutz, da ändert auch der Abrisswunsch der Firma Dyckerhoff nichts daran“, erklärte Domann weiter. Auch der Hinweis auf angebliche Regelungen in den Mietverträgen, wonach das Unternehmen nach Ende des Arbeitsverhältnisses ein Kündigungsrecht habe, ändere hieran nichts. Eine Kündigung sei nur in den engen Grenzen des Gesetzes möglich. Und der Abrisswunsch sei kein berechtigtes Interesse im Sinne des Gesetzes. Zwar habe man beim Mieterschutzverein zur Kenntnis genommen, dass die Firma Dyckerhoff „keine Lösung mit der Brechstange“ anstrebe. Wenn allerdings im gleichen Atemzug geäußert werde, dass man die Mieterinnen und Mieter „mit sanftem Druck“ zu einem Wohnungswechsel bewegen wolle, bleibe man bei der Mieterorganisation skeptisch. Der Mieterschutzverein werde die betroffenen Mieterinnen und Mieter noch vor Weihnachten zu einer Mieterversammlung einladen, um sie über ihre Rechte zu informieren.

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