Wiesbaden, den 01.11.2005

Heiz- und Nebenkosten: Erst prüfen – dann zahlen!

Rund 2.400 Heiz- und Nebenkostenabrechnungen haben die sechs Rechtsberaterinnen und Rechtsberater des Mieterschutzvereins Wiesbaden und Umgebung e.V. bis zum Ende des 3. Quartals dieses Jahres überprüft. Das sind knapp 10 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Der Beratungsbedarf ist immens“, erklärte der 1. Vorsitzende des Mieterschutzvereins, Helmut Domann. Rund die Hälfte aller Abrechnungen seien fehlerhaft oder zumindest erläuterungsbedürftig. Nicht selten könnten Nachforderungen zurückgewiesen werden, weil die Vermieter ihre Abrechnungen zu spät vorlegten. Während die Brennstoffkosten explosionsartig steigen, machten sich immer mehr Mieter Gedanken darüber, wie sie die nächste Heizkostenabrechnung bezahlen sollen. Steigerungen um 30 bis 40 Prozent sind nicht unwahrscheinlich. Mögliche Einsparungen, z.B. durch Herabsetzen der Zimmertemperatur (1 ° Celsius spart ca. 6 Prozent Heizkosten) oder durch „Stoßlüften“ statt gekippter Fenster seien zwei wichtige Aspekte. Ein anderer Aspekt sei aber eine gründliche Überprüfung der jährlichen Abrechnung. Jeder Mieter habe nämlich nur die Kosten zu zahlen, die nach dem Gesetz zulässig und die in einer korrekten und nachvollziehbaren Abrechnung dargelegt sind. So  braucht eine verspätete Abrechnung nicht mehr gezahlt zu werden  muss bei Öl und anderen festen Brennstoffen immer ein Anfangs- und Endbestand angegeben werden  sind als „Heiznebenkosten“ nur bestimmte Positionen zulässig, z.B. aber keine Reparaturen  sind in der Regel die zwingenden Vorschriften der Heizkostenverordnung einzuhalten, ansonsten kann dem Mieter ein Kürzungsrecht von 15 Prozent zustehen  muss die Heizanlage wirtschaftlich arbeiten. Dazu gehört u.a., dass die Heizungsanlage während der wärmeren Jahreszeit auf Sommerbetrieb umgestellt wird und in der übrigen Zeit nachts abgesenkt ist. Die Fehlerquellen jeder Heizkostenabrechnung seien vielfältig, erklärte Domann. Eine erste Hilfe und einen Anhaltspunkt dafür, ob die Heizkosten überdurchschnittlich hoch sind oder im Normbereich liegen, bietet der „Heizenergie-Check“ auf der Internetseite des Mieterschutzvereins (www.mieterverein-wiesbaden.de). Allen Mieterinnen und Mietern rät Domann: Erst prüfen, bevor eine Nachzahlung geleistet oder ein Guthaben ohne Vorbehalt akzeptiert wird.

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