Wiesbaden, den 06.03.2002
Müllgebührenerhöhung ungerecht
"Die geplante neue Müllgebührensatzung mit der Gebührenerhöhung zum 01.07. dieses Jahres ist genauso ungerecht wie die neue Abwassersatzung". Mit diesen Worten kommentierte der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins Wiesbaden und Umgeb. e.V., Jost Hemming, die Ankündigung von Stadtrat Joachim Pös über die geplante Änderung der Müllgebührensatzung. Die Zeche zahlten einmal mehr die Mieterinnen und Mieter in den Großsiedlungen Wiesbadens, während die Einfamilienhausbesitzer von der neuen Gebührensatzung profitierten.
Für die Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern sei es wesentlich leichter, den Müll zu trennen und damit die Restmüllmenge zu reduzieren mit der Folge, dass sie bis zu 34,5 % an Müllgebühren bei einer 60 Liter Tonne einsparen könnten. Dem gegenüber hätten die Mieterinnen und Mieter in den Hochhaussiedlungen weder Einfluss darauf, welche Müllbehälter ihnen ihr Vermieter vor die Tür stellt, noch könnten sie das Müllverhalten ihrer Mitbewohner nachhaltig beeinflussen. Sie würden allein durch die Tatsache, dass sie in einer Großsiedlung wohnten, mit drastischen Gebührenerhöhungen zwischen 26,8 und 36,7 % bestraft.
Dabei seien diese Haushalte bereits jetzt schon mit exorbitant hohen Nebenkosten von durchschnittlich 2 bis 3 € pro Quadratmeter und Monat belastet. Während Mieterinnen und Mieter in Mehrfamilienhäusern in der Regel mit 16 bis 18 Nebenkostenpositionen konfrontiert würden, reduzierten sich diese in Ein- und Zweifamilienhäusern meist nur auf 6 bis 8 Positionen.
Die Mieter in Hochhaussiedlungen würden also nun seitens der Stadt doppelt bestraft. Bereits die Abwassersatzung mit der Außerachtlassung der versiegelten Flächen werde sie nachhaltig benachteiligen, nun folgten auch noch die Müllgebühren. Und die nächste Kostensteigerung komme bestimmt!
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