Wiesbaden, den 03.02.2005
Erfolg für GWW-Mieter
Die Mietergemeinschaft in der Mainzer Straße 40 traute Ende Oktober letzten Jahres ihren Augen nicht, als sie das Mieterhöhungsschreiben der GWW in ihren Briefkästen vorfand (die Presse berichtete darüber). Zwischen 34,- und 100,- Euro monatlich mehr an Miete sollten die Mietparteien des Hauses ab 1. Januar 2005 entrichten. In Anbetracht des Zustandes des Hauses war die Empörung über die Forderung groß. Für die Betroffenen war es vollkommen unverständlich, dass sie für ungepflegte Außenanlagen, durchgerostete Wasserablaufrohre an der Außenwand des Hauses, nicht beigeputzte Fenster-öffnungen und Schimmel in der Wohnung so horrende Mietsteigerungen akzeptieren sollten.
Gemeinschaftlich wandte man sich an den Mieterschutzverein, der nach erfolgter Besichtigung vor Ort die Mieterhöhungsverlangen der GWW zurückwies. Nachdem man noch zunächst Anfang Januar die Mieter mit Mahnschreiben unter Druck zu setzen versuchte, hat die GWW nun den Rückzug angetreten und ihre Mieterhöhungsforderungen in drei Fällen komplett zurückgenommen und in weiteren drei Fällen auf den Mittelwert des Mietspiegels beschränkt. Wie der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins, Jost Hemming, gegenüber der Presse mitteilte, hat die GWW auch inzwischen in einer Vielzahl anderer Mietver-hältnisse nach Intervention des Vereins ihre Mieterhöhungsforderungen storniert oder zumindest auf den Mittelwert des Mietspiegels zurückgeschraubt.
Alles in allem bleibe ein fahler Beigeschmack, erklärte Hemming. Man könne sich beim Mieterschutzverein des Eindrucks nicht erwehren, dass hier nach dem Motto verfahren wurde: „Versuchen wir es doch erst einmal, notfalls können wir das Mieterhöhungs-verlangen ja immer noch zurückziehen“. Dass dadurch viele Mieterinnen und Mieter in Angst und Schrecken versetzt wurden, habe offensichtlich bei den Überlegungen der Verantwortlichen keine Rolle gespielt. Letztendlich habe die ganze Aktion dem Image der GWW als städtischer Wohnungsbaugesellschaft schweren Schaden zugefügt. Es werde Jahre dauern, bis dieser Imageverlust wieder behoben sei, erklärte Hemming.
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