Wiesbaden, den 09.11.2004
GWW überzieht Mieter flächendeckend mit überzogenen Mieterhöhungsforderungen
Mieter der GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH sind in Aufruhr. Offensichtlich flächendeckend hat die GWW in ihrem Wohnungsbestand Ende Oktober Mieterhöhungsschreiben verschickt, mit denen die Miete zum 01.01.2005 über das zulässige Maß des Mietspiegels hinaus angehoben werden soll. Eine Reihe von betroffenen Mietern aus der Dieselstraße, der Rüdesheimer Straße, der Wilhelm-Hauff-Straße und vom Leberberg hat bereits die Mieterhöhungsverlangen beim Mieterschutzverein in der Adelheidstraße 70 zur Prüfung vorgelegt. Dort schüttelt man nur den Kopf und fragt sich, ob die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWW nun die Preisführerschaft bei den Miethöhen in Wiesbaden übernehmen will. „Ich weiß nicht, was in die Verantwortlichen bei der GWW gefahren ist. Wenn das der Beginn einer neuen Mietenpolitik in Wiesbaden sein sollte, dann stehen uns in Zukunft einige harte Auseinandersetzungen ins Haus“, kritisierte Mietervereins-Geschäftsführer Jost Hemming die Vorgehensweise der GWW.
Mit wenigen Ausnahmen bewegen sich die Mieterhöhungsforderungen zwischen 15 und 20 Prozent. „Dies liegt weit über dem allgemeinen Mietenanstieg der letzten Jahre, der laut Statistischem Landesamt im Schnitt bei 1,5 bis 2 Prozent jährlich lag“, so Hemming.
Was den Mieterschutzverein und die betroffenen Mieterinnen und Mieter besonders auf die Barrikaden treibt, ist allerdings die Tatsache, dass die GWW ohne jegliche Begründung mit ihren Forderungen den Mittelwert des Mietspiegels weit überschreitet, teilweise sogar den Oberwert der jeweiligen Mietspiegelspanne fordert. „Eine solche Dreistigkeit würden sich noch nicht einmal private Vermieter erlauben“, kritisierte Hemming. Umso schlimmer sei es, dass sich hier eine städtische Wohnungsbaugesellschaft zum Mietpreistreiber entwickle.
Hemming forderte die GWW auf, die Mieterhöhungen zurückzuziehen. Es könne nicht angehen, dass hier eine städtische Wohnungsbaugesellschaft für private Vermieter die Steilvorlage liefere, um den Mittelwert des Mietspiegels aus den Angeln zu heben. Den Aufsichtsratsvorsitzenden der GWW, Wiesbadens Stadtkämmerer Dr. Müller, forderte der Mieterschutzverein darüber hinaus auf, dafür Sorge zu tragen, dass sich derartige Pannen zukünftig nicht wiederholen.
Den betroffenen Mieterinnen und Mieter der GWW Wohnungen rät der Mieterschutzverein, die Mieterhöhungsverlangen genau zu überprüfen oder überprüfen zu lassen und keiner höheren Miete als maximal dem Mittelwert des Mietspiegels zuzustimmen. Grund zur Eile bestehe nicht. Die Zustimmungsfrist ende erst am 31.12.2004.
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