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Wiesbaden, den 31.01.2012

Neuer Mietspiegel in Kraft! - Mieterbund legt 5. Mietenreport vor

„In den letzten 30 Jahren haben sich die Mietspiegelmieten in Wiesbaden im Gesamtdurchschnitt fast verdreifacht (nach Abzug der allgemeinen Preissteigerungen immer noch mehr als verdoppelt), während nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes die verfügbaren Realeinkommen im gleichen Zeitraum nur um rund 30 Prozent gestiegen sind“, erklärte der Geschäftsführer des Mieterbundes Wiesbaden und Umgebung e.V., Jost Hemming bei der Veröffentlichung der 11. Fortschreibung des Wiesbadener Mietspiegels. „Wiesbaden ist und bleibt ein ausgesprochen teures
(Wohn-)Pflaster“, so Hemming weiter. Allerdings sage der ungewichtete Gesamtdurchschnitt aller Tabellenwerte im Vergleich nur wenig über die reale Entwicklung der Quadratmetermieten in den verschiedenen Baualters- und Ausstattungsklassen in Wiesbaden aus. Um eine etwas differenziertere Betrachtung zu ermöglichen, hat daher der Mieterbund Wiesbaden seinen 5. Mietenreport für das Stadtgebiet Wiesbaden vorgelegt.

Für die Entwicklung am Wiesbadener Wohnungsmarkt sicher am bedeutungsvollsten ist die Mietenentwicklung im zahlreich vorhandenen Altbaubestand, der das Kerngebiet Wiesbadens umfasst. Im Jahr 1980 lag die durchschnittliche Altbaumiete noch bei rd. 2,90 Euro pro Quadratmeter, 2012 liegen die Altbaumieten im Durchschnitt bei 8,16 Euro, ein Anstieg von rd. 180%. Allerdings fällt der Anstieg der Altbaumieten in den letzten sechs Jahren seit der 9. Fortschreibung mit durchschnittlich 8,2 Prozent (= 1,36% pro Jahr) vergleichsweise moderat aus. Und Im Kernbereich des Altbaubestandes, den Wohnungen mit Heizung/ mit Bad und einer Größe zwischen 60 und 100 Quadratmetern (IBb) in mittlerer Wohnlage liegen die Quadratmetermieten im Schnitt um 6,3 Prozent über den Werten von 2006 (2006: 6,79 €; 2012: 7,22 €). Das entspricht einem durchschnittlichen Anstieg von einem Prozent pro Jahr. Schlussfolgerung des Mieterbund-Geschäftsführers: „Im größten Teil des Wiesbadener Altbaubestandes bewegte sich zwar der Mietpreisanstieg in den letzten sechs Jahren einigermaßen moderat im Trend des Anstiegs der allgemeinen Lebenshaltungskosten. Man darf allerdings nicht übersehen, dass dies für eine 80 Quadratmeter große Wohnung immerhin eine Kaltmiete von rd. 650 Euro bedeutet, der im Schnitt noch einmal mindestens 170 Euro Heiz- und Nebenkosten hinzugerechnet werden müssen. Und 820 Euro Gesamtmietbelastung wollen erst einmal verdient sein“. Da müssten Vollzeit-Arbeitnehmer nicht selten 40 Prozent und mehr ihres verfügbaren Nettoeinkommens für die Wohnung ausgeben, erklärte Hemming.
Am stärksten verteuert haben sich die Mieten in Neubauwohnungen, die ab 2000 errichtet wurden. Lag die durchschnittliche Mietspiegelmiete in dieser Baualtersklasse bei der 9. Fortschreibung 2006 noch bei 9,39 Euro pro Quadratmeter, sind es nun in der 11. Fortschreibung 10,22 Euro, was einem Anstieg von 8,8% entspricht. Auffallend ist, dass sich in dieser Baualtersgruppe der Neubauwohnungen der Mietenanstieg in den letzten sechs Jahren im Vergleich zum Anstieg 2001/2006 deutlich beschleunigt hat. Das gilt besonders für die mittelgroßen Wohnungen von 60 bis 100 Quadratmeter. Hier liegt der Mietenanstieg bei durchschnittlich 10,1 Prozent.
Insgesamt könne festgestellt werden, dass in dieser Baualtersklasse mit Quadratmetermieten von über 10 Euro inzwischen Sphären erreicht sind, die sich allenfalls Spitzenverdiener leisten können, erklärte Hemming abschließend.

Der gedruckte Mietspiegel kann sowohl auf der Geschäftsstelle des Mieterbundes Wiesbaden in der Adelheidstr. 70 als auch bei Haus und Grund in der Luisenstr. 19 gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 3 Euro erworben werden. Die Mietspiegeltabelle kann auch auf den Internetseiten heruntergeladen werden, allerdings ohne den erläuternden Textteil.

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